Kellergassen bewahren: So wird Ihr Kulturerbe fit für die Zukunft

Veranstalter des Infoabends zum Thema Kellergassen erhalten, Presshäuser richtig sanieren

Mitte März lud die LEADER-Region Kamptal+ gemeinsam mit der Gemeinde Rohrendorf zum Vortrag „Kellergassen im Fokus“ ein. Im Zentrum stand die Frage: Was tun mit einem geerbten oder neu erworbenen Weinkeller?

Kellergassen prägen das kulturelle Gesicht unserer Gemeinden und sind ein wichtiger Teil regionaler Identität. Gleichzeitig stehen viele Presshäuser leer oder drohen zu verfallen. Die Veranstaltung hatte das Ziel, Eigentümerinnen und Eigentümer fachlich zu unterstützen und das Bewusstsein für eine qualitätsvolle Erhaltung, Sanierung und sinnvolle Nutzung zu stärken.

Mit Hubert Feigelstorfer, Architekt und Kellergassen-Bauberater, sowie Michael Staribacher vom Kellergassenmanagement Niederösterreich standen zwei Experten zur Verfügung, die praxisnahes Wissen vermittelten – von rechtlichen Grundlagen über materialgerechtes Bauen und typische Sanierungsfehler bis hin zu Fördermöglichkeiten des Landes Niederösterreich. Staribacher wies dabei darauf hin: „Es ist wichtig, dass auch die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Nutzung und Sanierung eingehalten werden. Dies sollte schon bei der Planung eines Umbaus beachtet werden.

Auch die lokalen Vertreter betonten die Bedeutung der Initiative. Bürgermeister Ing. Gerhard Tastl lobte: „Wir sind stolz, hier in Rohrendorf die längste Kellergasse Österreichs zu haben. Veranstaltungen wie diese und die Unterstützung der Bürger sind wichtig, damit wir sie erhalten können.“ Und LEADER-Obmann LAbg. Josef Edlinger ergänzte: „Besonders in einer Weinbauregion ist es entscheidend, die Chancen und Grenzen bei der Nachnutzung von Kellern zu kennen. Fördermöglichkeiten vom Land Niederösterreich unterstützen dabei die Sanierung und Erhaltung.“

Die Teilnehmenden konnten eigene Projekte einbringen. Ein Gast berichtete: „Ich habe einen alten Weinkeller geerbt. Dank des Vortrages weiß ich jetzt, worauf ich bei der Sanierung achten muss.

Der Vortrag ist Teil der Initiative „Sensibilisierung Kulturgut Kellergasse“, die von LEADER-Regionen im Weinviertel, Kamp- und Kremstal gemeinsam mit dem Kellergassenmanagement Niederösterreich, der Dorf- & Stadterneuerung sowie dem Fachbereich Baukultur des Landes Niederösterreich umgesetzt wird. Ziel ist es, praxisnahe Informationen zu vermitteln, individuelle Fragen zu beantworten und den nachhaltigen Umgang mit diesem einzigartigen Kulturerbe zu fördern.

 

Allgemeine Informationen:

1_Das Kellergassenmanagement Niederösterreich ist eine kompetente Anlaufstelle für alle Fragen rund um Presshäuser und Kellergassen: https://www.kellergassenmanagement.at/erhaltung/

2_Unter folgendem Link finden Sie Video-Tutorials zur fachgerechten Sanierung von Kellern und Presshäusern:
https://www.noe-baukulturerbe.at/video-tutorials-fachgerechte-sanierung-kellergassen/

3_Sanierungs-Förderung: eine Förderung ist nur für Presshäuser in einer „Schutzzonen Kellergasse“ möglich. Eine erste Schutzzone wird derzeit in der Gemeinde Grafenegg erarbeitet. https://www.noe.gv.at/noe/Sanieren-Renovieren/Foerderung_fuer_die_Sanierung_von_Presshaeusern.html

4_Folder, Flyer, Handbuch zum downloaden: https://www.kellergassenmanagement.at/service-faq/infomaterial/

5_BuchTipp „Zukunft Kellergassen“ von Helmut Leierer: https://www.kellergassenmanagement.at/erhaltung/buch-zukunft-kellergassen-2/

 

Fotorechte: Gemeinde Rohrendorf
Vlnr: Christian Krappel (Kellergassenführer Rohrendorf), Ing. Michael Staribacher (Kellergassenmanagment NÖ), Vizebgm. Josef Stummer, Danja Mlinaritsch, Gf GR DI Christian Kronberger, Bgm. Ing. Gerhard Tastl




Kellergassen im Fokus: Keller geerbt – und jetzt?

Infoabend nimmt Presshäuser in den Fokus

Was tun mit einem geerbten oder neu erworbenen Weinkeller? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Vortrags „Kellergassen im Fokus“, zu der die LEADER-Region Kamptal+ und die Gemeinde Rohrendorf einladen.

Kellergassen sind ein prägendes Kulturgut unserer Gemeinden und ein wichtiger Teil regionaler Identität. Gleichzeitig stehen viele Presshäuser leer oder sind vom Verfall bedroht. Ziel der Veranstaltung ist es, Eigentümerinnen und Eigentümer fachlich zu unterstützen und das Bewusstsein für eine qualitätsvolle Erhaltung, Sanierung und sinnvolle Nutzung zu stärken.

Mit Hubert Feigelstorfer, Architekt und Kellergassen-Bauberater, sowie Michael Staribacher vom Kellergassenmanagement Niederösterreich stehen zwei ausgewiesene Experten zur Verfügung. Sie vermitteln praxisnahes Wissen – von rechtlichen Grundlagen über materialgerechtes Bauen und typische Sanierungsfehler bis hin zu Fördermöglichkeiten des Landes Niederösterreich. Auch individuelle Fragen zu konkreten Vorhaben können eingebracht werden.

„Unser Ziel ist es, Interessierten ein solides Basiswissen mitzugeben, damit sie gut vorbereitet in ihre Planungen und Projekte starten können“, betont LAbg. Josef Edlinger, Obmann der LEADER-Region Kamptal+.

 

WANN: Dienstag, 17. März 2026, 18.30 Uhr

WO: Veltlinersaal, Obere Hauptstraße 6, 3495 Rohrendorf

KOSTEN: Vortrag ist kostenfrei.

ANMELDUNG erforderlich bis Di., 10. März: office@leader-kamptal.at; 0664/3915751

Einladung hier downloaden

 

Kompetente Ansprechstelle für Presshäuser und Kellergassen: Kellergassenmanagement Niederösterreich. https://www.kellergassenmanagement.at/erhaltung/

Auch Video-Tutorials zur fachgerechten Sanierung von Kellern und Presshäusern sind verfügbar:https://www.noe-baukulturerbe.at/video-tutorials-fachgerechte-sanierung-kellergassen/

Der Vortrag ist Teil der Initiative „Sensibilisierung Kulturgut Kellergasse“, die von LEADER-Regionen im Weinviertel, Kamp- und Kremstal gemeinsam mit dem Kellergassenmanagement NÖ, der Dorf- & Stadterneuerung sowie dem Fachbereich Baukultur des Landes Niederösterreich umgesetzt wird.




Kulturgut Kellergasse: Grafenegg setzt Zeichen für die Kellergasse Galgenberg

Informationsabend für Kellerbesitzerinnen und Kellerbesitzer in Grafenegg

Großes Interesse bei Infoveranstaltung zur geplanten „Kellergassen-Schutzzone Galgenberg“

Großes Interesse und konstruktive Fragen: vor kurzem lud die Gemeinde Grafenegg zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten Errichtung einer „Kellergassen-Schutzzone Galgenberg“ – und traf damit den Nerv der Zeit. Ziel der Schutzzone ist es, die kulturhistorisch wertvollen Presshäuser langfristig zu erhalten und das charakteristische Erscheinungsbild der Kellergasse vor Verunstaltungen zu schützen.

„Die Kellergasse ist weit mehr als eine Ansammlung einzelner Presshäuser“, betonte Bauhistoriker Oliver Fries gleich zu Beginn. „Ihr Wert liegt im homogenen Gesamtbild, in den vielen kleinen, oft unscheinbaren Details, die gemeinsam ein einzigartiges Ensemble bilden.“ In seinem Vortrag erläuterte Fries die historische Entwicklung der Kellergassen, ihre ursprünglichen Nutzungen sowie vergleichbare Beispiele aus anderen europäischen Regionen.

Allein in der Gemeinde Grafenegg gibt es vier Kellergassen. Niederösterreichweit sind es sogar über 1.100 Kellergassen mit rund 37.000 Presshäusern – ein einzigartiges Kulturgut, das die Identität ganzer Regionen prägt. Doch genau dieses Ensemble leidet zunehmend unter sogenannten „Bausünden“, die das historische Erscheinungsbild einzelner Kellergassen beeinträchtigen.

Hier setzt das Instrument der Schutzzone an. Doris Knoll, Amtssachverständige für Baukultur des Landes Niederösterreich, erklärte:
„Schutzzonen sind eine Möglichkeit des Substanzschutzes. Es geht darum, gewachsene Strukturen zu erhalten, zeitgemäße Nutzungen zu ermöglichen, den Abbruch historisch wertvoller Keller zu verhindern und unerwünschten Veränderungen entgegenzuwirken.“

Auch Martina Scherz, beauftragte Raumplanerin, hob den praktischen Nutzen hervor:
„Für die Kellergasse wird ein Bebauungsplan erarbeitet, der klar regelt, was künftig möglich ist. Dafür richten wir eine Arbeitsgruppe ein, in der Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde und der Kellerbesitzer gemeinsam gute und tragfähige Lösungen für die Kellergasse Galgenberg entwickeln.“

Dass es dabei nicht um Verbote, sondern um verantwortungsvolles Gestalten geht, betonte Bürgermeister Manfred Denk: „Es geht der Gemeinde nicht darum, etwas zu verhindern. Unser Ziel ist es, dieses Kulturgut zu bewahren und gleichzeitig gute, rechtlich verbindliche Grundlagen für zukünftige Bauanfragen zu schaffen. Bestimmte Nutzungen – etwa ein Hotel – seien aufgrund fehlender Infrastruktur in der Kellergasse kaum realistisch. „Wir wollen ermöglichen, was zur Kellergasse Galgenberg passt, und unpassende Verschandelungen verhindern. Deshalb haben wir uns bewusst für die Erarbeitung eines Schutzzonenkonzepts entschieden. Dieses Projekt hat Pilotcharakter und könnte später auch auf weitere Kellergassen ausgeweitet werden.“

Im März ist ein Workshop geplant, bei dem die zukünftigen Gestaltungsmerkmale und Bebauungsrichtlinien gemeinsam erarbeitet werden sollen, anschließend erfolgt die Begehung.

 

Was bedeutet eine Kellergassen-Schutzzone?

Ziele der Schutzzone:

  • Substanzschutz: Erhalt der gewachsenen Strukturen und des traditionellen Erscheinungsbildes, Vermeidung von Abbrüchen
  • Bebauungsrichtlinien: Klare Regeln für Sanierungen und bauliche Maßnahmen, etwa bei Photovoltaikanlagen
  • Rechtssicherheit: Festlegung der baulich zulässigen Maßnahmen durch Teilbebauungspläne

Für Kellerbesitzer bedeutet das:

  • Beratung und Unterstützung bei Sanierungsvorhaben
  • Ermöglichung einer sanften, historisch passenden Nutzung
  • Klar definierte, teilweise strengere Vorgaben für bauliche Veränderungen – zum Schutz dieses einzigartigen Kulturgutes

Mit der geplanten Kellergassen-Schutzzone setzt die Gemeinde Grafenegg ein starkes Zeichen für den bewussten Umgang mit Geschichte, Baukultur und regionaler Identität.

 

Gefördert wird das Projekt durch LEADER:

LAbg. Josef Edlinger, Obmann der LEADER-Region Kamptal+: „Die Kellergassen sind ein zentrales Element unserer regionalen Identität. Sie verbinden Baukultur, Geschichte und Lebensqualität. Initiativen wie die Kellergassen-Schutzzone Galgenberg zeigen, wie Gemeinden Verantwortung für dieses wertvolle Erbe übernehmen und es gleichzeitig für zukünftige Generationen sichern.“

Fotorechte: Günter Haidvogel

vlnr: Hermine Ploiner, Danja Mlinatisch (LEADER-Region Kamptal+), GGR Mag. Stefanie Haidvogel, Bgm. Ing. Manfred Denk, MBA (MG Grafenegg), DI Martina Scherz (Raumplanung im-plan-tat), DI Doris Knoll (Baudirektion NÖ LR), Oliver Fries, M.Sc MSc (Bauhistoriker), Michaela Kienast (Bauamt MG Grafenegg)